<- Kapitel 3


Die Reise zum Nordpol war weit. Sehr, sehr weit und noch wanderten der Bär, der Schneehase und die Prinzessin durch ein warmes, sonniges Tal. Nur an den abfallenden bunten Blättern der Bäume ringsum konnte man bereits den Wechsel der Jahreszeiten bemerken. Der Schneehase gab sich alle erdenkliche Mühe die Prinzessin zu unterhalten, während der Bär hin und wieder ein Brummen von sich gab und ansonsten zielbewusst vor sich hin stapfte. Je länger sie unterwegs waren, desto mehr fiel der Prinzessin auf, dass sich die Jahreszeit sehr viel schneller veränderte, als es normalerweise üblich war. Auf den Blätterfall der Bäume folgte ein starker Wind, der sie jedoch, ganz wie es der Bär versprochen hatte, nicht frösteln ließ. Auf den Wind folgte Regen und der Schneehase spannte einen Schirm über ihren Köpfen auf.

„Du Schneehase, du Bär?“, begann die Prinzessin.

„Prinzessin?“, sagten beide gleichzeitig.

„Warum brauchen wir einen Schirm, und warum Bär macht uns der Regen nass, wenn der Wind uns nicht frieren lässt? Das ist doch unlogisch!“

„Das ist wahr Prinzessin, das liegt aber an eurer Magie. Seitdem ihr krank seid haben eure Kräfte nachgelassen, deswegen kann euch der Regen nass machen. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis euch auch der Wind frieren lässt. Wir müssen uns beeilen!“, mahnte der Bär.

„Bin ich sehr krank?“, fragte die Prinzessin ängstlich.

Darauf sagten weder Schneehase noch der Bär etwas und es war ein paar Sekunden still.

„Am Nordpol gibt es ein Heilmittel, aber nur dort und es wird vom schwarzen Zauberer hergestellt“, sagte der Bär dann endlich.

Der Schneehase ließ die langen Ohren hängen. Die Prinzessin ließ sich die Worte des Bären durch den Kopf gehen, dann nickte sie, als hätte sie etwas verstanden.

„Der Schwarze Zauberer?“, fragte die Prinzessin neugierig und kein bisschen eingeschüchtert.

„Ja, zu ihm wollen wir“, sagte der Bär.

„Wird er uns wohlgesonnen sein?“, fragte die Prinzessin. Daraufhin schwiegen der Schneehase und der Bär erneut.

„Wir werden ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten müssen, denn der Schwarze Zauberer ist seit einem tragischen Vorfall kein besonders…“, der Schneehase suchte nach Worten.

„Netter Mensch.“ Beendete der Bär seinen Satz. Die Prinzessin seufzte.

„Oje, tja, Menschen, die nicht nett sind, wurden oft zu wenig geliebt. Wir werden einfach sehr lieb zu ihm sein.“ Der Bär prustete los.

„Ach Prinzessin, wenn’s nur so einfach wäre!“

„Das ist es, Liebe siegt immer“, sagte die Prinzessin voller Überzeugung.

„Sind wir noch auf dem richtigen Weg?“, rief sie. Der Schneehase kontrollierte Umgebung, Windrichtung und Stärke und sagte dann:

„Genau 250 Meter nach rechts zu den singenden Tannenbäumen.“

„Singende Bäume? Oh wie toll!“

Der Bär brummte alles andere als begeistert.

„Wartet ab, bis ihr zum millionsten Mal ‚Oh Tannenbaum, Oh Tannenbaum’ gehört habt.“

Die Prinzessin kicherte und streckte den rechten Arm gerade aus:

„Voran lieber Bär, zu den singenden Bäumen!“, sagte die Prinzessin.

 

Anwendung: Ein Chip führt zu einem Chor aus singenden Bäumen. Mann kann auch selbst ein Lied komponieren. (Tablet, Smartphone – im Buch)

Anwendung 2: Plüschtiere wie Bär, Schneehase usw. kommunizieren mit dem Buch und reagieren darauf (durch integrierten Chip.)


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